Vitamin C – Allgemeine Info

Uns allen ist Vitamin C bekannt, ein äußert wichtiges Vitamin, das uns in den unterschiedlichsten Formen angeboten wird. Wir finden sie bei Lebensmittelfilialisten, Drogeriemärkten, Reformhäusern, bis hin zu Nahrungsmittelergänzern und Apotheken. Es wird uns permanent suggeriert, welche schützende Wirkung es vor allem in der Herbst-/Winterzeit in Bezug auf Erkältungskrankheiten hat. Dabei weist kaum einer auf die Probleme hin, die mit der Aufnahme von Vitamin C in unserem Körper im Zusammenhang stehen.

Grundsätzlich muss man zwischen dem industriell hergestellten Vitamin C, der reinen Ascorbinsäure, und der L-Ascorbinsäure unterscheiden. Die reine Form der Ascorbinsäure wird überwiegend zur Stabilität, sprich Haltbarmachung von industriell hergestellten Nahrungsmitteln verwendet. Sie ist für unseren Körper nicht oder nur in ganz geringem Umfang aufnehmbar. Der überwiegende Teil der Billigprodukte besteht aus dieser für den menschlichen Körper nicht oder kaum verwertbaren Ascorbinsäure. Die für den menschlichen Körper verwert- und aufnehmbare Form ist die L-Ascorbinsäure. Aber auch diese Form unterliegt weitgehenden Einschränkungen bezüglich der Aufnahmefähigkeit durch unsere Darmschleimhautzellen, über die fast alle Vitalstoffe aus dem Nahrungsbrei aufgenommen und ans Blut übergeben werden. Das entscheidende Aufnahmehindernis liegt – wie bereits erwähnt – in seinem unterschiedlichen Zustand. Vitamin C ist eine wasserlösliche Substanz und die Schleimhautzellen sind fetthaltig. Wie wir alle wissen, stößt sich Wasser und Fett gegenseitig ab und damit ist die Aufnahmefähigkeit durch die Schleimhautzellen enorm erschwert. Bestimmte Bioflavonoide, wie z. B. Hispertin und Rutin, die in Obst, Salat oder Gemüse vorkommen, können die Vitamin C-Aufnahme fördern und leicht verbessern. Daher sind höhere Vitamin C-Gaben aus extrahierten Vitamin C-haltigen Früchten wie z. B. aus der Accerola-Kirsche immer denen vorzuziehen, die industriell hergestellt wurden. Allerdings können wir unserem Körper auch damit keine hohe Dosis an Vitamin C zuführen, weil die generelle Vitamin C-Aufnahme durch die fettlöslichen Schleimhautzellen limitiert wird.

Vitamin C wird also von unserem Körper nur in eingeschränkter Form aufgenommen und darüber hinaus hat es im Blut als Transporteur nur eine kurze Verweildauer bevor es „zerfällt“ und damit nicht mehr verwertbar ist. Die Aufnahme von Vitamin C durch unsere Schleimhautzellen liegt im Verlauf von zwei Stunden bei 150 – 200 mg und die maximale Verweildauer im Blut, bevor es unbrauchbar wird, liegt ebenfalls bei zwei Stunden. Das bedeutet, ich kann meinem Körper maximal eine Einmal-Gabe von 200 mg zuführen. Wenn ich diese nun über den Tag verteile und alle zwei Stunden eine solche Gabe zu mir nehme, dann komme ich auf eine Verabreichung von 7 – 8 Mal am Tag à 200 mg. Das ergibt nach Adam Riese 1.400 – 1.600 mg pro Tag und würde schon mal eine Grundversorgung decken.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfahl im Jahr 2000 noch eine Tagesdosis von 75 mg Vitamin C als ausreichend. Diese wurde inzwischen auf 100 mg angehoben. Neuere Empfehlungen offizieller Stellen gehen von einer Mindestzufuhr von 150 bis 200 mg pro Tag aus (welche Steigerungen!) und Orthomolekular-Ärzte erklären, dass Vitamin C nur in höheren Mengen vor Krankheiten schützt. Zur Aufrechterhaltung eines schon ausreichend bestehenden Vitamin C-Spiegels empfehlen sie zwei Gramm über den Tag verteilt, das sind 2.000 mg. Was nützt mir aber die Verabreichung von 2.000 mg pro Tag, wenn der Körper während eines Tages optimal verteilt gerade einmal 1.500 mg aufnehmen kann? Ganz zu schweigen von einer noch höheren Dosierung, um einen Schutz vor Krankheiten zu erzielen. Sollten sie jedoch, wie der überwiegende Teil der Menschen in den zivilisierten Gebieten, bereits an einer Unterversorgung leiden, dann reicht eine Tagesdosis von weniger als 1.000 mg Vitamin C bei weitem nicht aus, um ihren Vitamin C-Bedarf zu decken und aufrecht zu erhalten. Gehören sie zu einer Risikogruppe wie z. B. Raucher, dann haben sie einen um bis zu 40 % erhöhten Bedarf und Diabetiker haben einen um bis zu 30 % erhöhten Bedarf an Vitamin C. Die erwähnten Orthomolekular-Mediziner gehen von Dosen aus, die bei einer Größenordnung von 3 – 6 Gramm pro Tag liegen, also 3.000 bis 6.000 mg. Wenn man Vitamin C zur akuten Krankheitsbekämpfung einsetzen möchte, dann sind Dosen von 10 – 20 Gramm (10.000 – 20.000 mg) pro Tag angeraten. Das geht nur über eine intravenöse Gabe direkt ins Blut und wird von Medizinern und Heilpraktikern als Vitamin C Hochdosis-Therapie angewendet.

Vitamin C – so wird uns „eingetrichtert“ – wirke als Schutzmechanismus gegenüber Erkältungskrankheiten. Dass es auch ein starkes Antioxidans ist, wissen schon weniger. Dadurch wird die Verfügbarkeit enorm eingeschränkt, denn als Antioxidans zieht es Radikale an, „zerfällt“ dadurch und wird inaktiv. Daher ist es immer ratsam, begleitend zu einer konventionellen Vitamin C-Gabe ein weiteres hoch aktives, noch wirksameres Antioxidans zu geben, z. B. OPC, ein Traubenkern-Extrakt. Diese Substanz schützt somit das verabreichte Vitamin C vor einer aggressiven Oxidation durch freie Radikale, die es dadurch inaktivieren. Des Weiteren wissen die allerwenigsten, dass Vitamin C im menschlichen Körper, so schätzen Fachleute, an weit über 10.000 biochemischen Prozessen beteiligt ist. Das alleine müsste uns schon zu denken geben, denn bei einem Mangel an Vitamin C können diese biochemischen Prozesse nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ablaufen. Und wenn ein Mangel an Vitamin C über viele Jahre konstant besteht, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn viele dieser Stoffwechselprozesse unvollständig ablaufen und zu den mannigfaltigsten Erkrankungen führen. Wenn wir uns das vor Augen halten, dann wird uns schnell klar, welche enorme Bedeutung dieses Vitamin für unseren Körper hat und das was wir über unsere Ernährung nicht mehr ausreichend unserem Körper zuführen.

Grundsätzlich gilt, dass die Bioverfügbarkeit von Vitamin C aus natürlichen Produkten sehr viel höher ist, als industriell hergestellte L-Ascorbinsäure. Die Vitamin C-Konzentration ist allerdings in Accerola, Sanddorn, Hagebutte oder Aronia deutlich niedriger als in künstlichen Vitamin C-Präparaten. Eine Möglichkeit, um hochkonzentriertes Vitamin C mit guter Bioverfügbarkeit herzustellen, ist daher eine Kombination von mit hochdosiertem Vitamin C, das aus diesen Früchten extrahiert ist. Extrakte und Konzentrate aus solchen Früchten enthalten neben natürlichem Vitamin C zusätzlich noch Bioflavonoide. Diese wiederum haben eine positive biologische Wirksamkeit. Zum einen fördern sie die Aufnahmefähigkeit durch die Schleimhautzellen und zum anderen verhindern sie, dass Vitamin C im Körper zu schnell oxidiert, damit bilden sie – ähnlich dem OPC – einen Oxidations-Schutz.

Angesichts all dieser mehr oder minder verwirrenden Dosierungs-Informationen und Einnahme-Strategien sagt mir mein logischer Sachverstand folgendes: Ausgehend von unserer weit zurückreichenden evolutionären Entwicklung, während der dem Menschen irgendwann die Fähigkeit „abhanden“ gekommen ist, Vitamin C in seinem Körper selbst zu produzieren, haben sich unsere Urvorfahren durch ihre Ernährung trotzdem immer ausreichend mit Vitamin C versorgen können. Das heißt für mich, sie waren durch Zufuhr von pflanzlichen Substanzen in der Lage, den Tages-Bedarf an Vitamin C zu decken. Unsere Steinzeit-Vorfahren wussten damals noch nichts davon, was wissenschaftliche Koryphäen wie Otto Warburg oder Linus Pauling in Bezug auf Vitamin C erst vor kurzem glaubten gefunden zu haben. Folglich mussten sie mit ihrer damaligen Ernährungsweise bereits eine ausreichende Menge an Vitamin C zu sich genommen haben, eventuell auch deswegen, weil die damaligen Nahrungsmittel einen wesentlich höheren Vitamin C-Gehalt hatten. Wie dem auch sei, sie hatten sicher noch keine Kenntnis darüber, dass der Körper eine eingeschränkte Aufnahmekapazität hinsichtlich dieses Vitamins hat und haben wahrscheinlich auch nicht darauf geachtet, die Vitamin C-haltigen Nahrungsmittel regelmäßig über den Tag verteilt zu sich zu nehmen. Bücher, in denen man dies nachlesen konnte, gab es damals noch nicht und von der Vitamin C Mangel-Erkrankung „Skorbut“ hatten sie auch noch nichts gehört. Und trotzdem entwickelten sie sich prächtig weiter, sonst gäbe es uns ja heute nicht. Daraus lässt sich ableiten, dass der tägliche Bedarf an Vitamin C in etwa zwischen den offiziellen Empfehlungen und jenen der Orthomolekular-Mediziner liegen dürfte.

Empfehlung der offiziellen Stellen: 200 mg Vitamin C pro Tag

Empfehlung der Orthomolekularen: 2.000 mg Vitamin C pro Tag

Meine Empfehlung lautet: 1.500 – 2.000 mg Vitamin C pro Tag

Damit komme ich der aus Urzeiten stammenden eingeschränkten Aufnahmemenge unserer Vorfahren schon sehr nahe und dies sagt mir auch, dass diese Menge aus hochkonzentriertem Vitamin C, extrahiert aus natürlichen Quellen wie der Accerola-Kirsche ausreichend ist. Wenn ich dieses Konzentrat über den Tag verteilt zu mir nehme, dann müsste die Menge an Vitamin C ausreichend sein, um den täglichen Bedarf meines Körpers zu decken. Das sieht natürlich ganz anders aus, wenn ich gezielt eine Hoch-Dosis-Vitamin-C-Therapie anwenden will, um damit einer bestimmten Erkrankung zu begegnen. Die erfolgt in Form einer intravenösen Verabreichung direkt ins Blut durch entsprechende Therapeuten.

Wenn wir den Einfluss von Transport, Lagerung und Zubereitung von Gemüse und Obst auf das am Ende (bei Verzehr) noch vorhandene Vitamin C berücksichtigen, dann wird uns schnell bewusst, wie wenig wir davon über unsere normale Ernährung noch zu uns nehmen. Hier ein Auszug von Beispielen:

 

Vitamin C-Verlust durch Kochen:

Blumenkohl: 50 %
Spinat: 50 %

 

Vitamin C-Verlust durch eine dreistündige Lagerung nach der Ernte:

Kopfsalat 30/40 % (Schatten/Sonne)
Feldsalat 25/60 % (Schatten/Sonne)

 

Vitamin C-Verlust durch normale Lagerung:

Lebensmittel 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag
Grünkohl 11 % 13 % 25 % 45 %
Spinat 12 % 45 % 50 % 56 %

 

Zudem ist der Verlust an Inhaltsstoffen in den vergangenen 50 bis 60 Jahren aufgrund neuer Sorten, die den Ansprüchen der Handelsketten hinsichtlich Transport und Lagerfähigkeit besser entsprechen, ziemlich groß, wie die nachfolgende Tabelle anhand einiger ausgewählter Lebensmittel zeigt (Mineralien und Vitamine in mg/100 g Lebensmittel):

 
Lebensmittel
Untersuchte
Inhaltsstoffe
Ergebnis
1955
Ergebnis
1996
 
Differenz
Brokkoli Kalzium
Folsäure/B9
Magnesium
103
47
24
33
23
18
Minus 68 %
Minus 52 %
Minus 25 %
Kartoffel Kalzium
Magnesium
14
27
4
18
Minus 70 %
Minus 33 %
Apfel Vitamin C 5 1 Minus 80 %

Quelle: Pharma Geigy 1985, Lebensmittellabor Karlsruhe 1996.

Daher ist es durchaus ratsam, den Vitamin C-Bedarf unseres Körpers durch zusätzliche und vor allem regelmäßige Zufuhr zu decken, da unsere heutige Ernährung dies nicht mehr ausreichend sicherstellen kann.