Vitamin D3 + K2 – ein gutes Team

Das noch immer reichlich unbekannte Vitamin K hat eine wichtige Rolle beim Transport und der Verwertung von Kalzium. Während Vitamin D für die Aufnahme des Kalziums verantwortlich ist, sorgt Vitamin K dafür, dass es dorthin transportiert wird, wo es gebraucht wird, und das sind in erster Linie unsere Knochen und Zähne, wo es zur Stabilisierung eingelagert wird. Das Vitamin D3 ist also für die Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung verantwortlich. Es ist dazu allerdings auf einen wichtigen Partner angewiesen, das Transport-Vitamin K2. Es gibt verschiedene Formen von Vitamin K, nämlich K1 – K4 und selbst das K2 unterscheidet man weiter in MK4 und MK7. Achten sie immer darauf, dass das Vitamin K2 in der MK7-Form vorliegt, denn diese ist für unser Vitamin D3-Stoffwechselvorgänge notwendig und am besten verwertbar. Vitamin K2 sorgt also dafür, dass das aufgenommene Kalzium abtransportiert und verwertet wird. Es aktiviert darüber hinaus das wichtige Hormon Osteocalzin. Das spielt wiederum eine entscheidende Rolle bei der Neubildung von Knochen durch Einlagerung von Kalzium. Ohne Vitamin K2 verbleibt das Osteocalzin inaktiv und das Kalzium lagert sich in Form von Verkalkungen in den Gefäßen und Organen ab. Daraus entstehen dann Nierensteine, Arteriosklerose und andere Krankheiten.

Ein K2-Mangel führt zu typischen Symptomen wie nachlassende Leistungsfähigkeit, eine höhere Infektions-Anfälligkeit und ein geschwächtes Immunsystem, weiter Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrations-Störungen. Im Gewebe und in verschiedenen Organen kann es zu grundlosen Blutungen kommen, weil nicht genügend Gerinnungs-Faktoren gebildet werden. Meist bemerkt man dies zusätzlich an einem häufigen Auftreten von Nasen- und Zahnfleischbluten.

Fassen wir noch einmal zusammen:

Demzufolge, fehlt Vitamin K2, dann:

  • kann Kalzium nicht transportiert werden

  • kann kein Osteocalzin aktiviert werden

  • kann kein Kalzium im Knochen/Zähne eingelagert werden

  • dann wird Kalzium u. a. in den Blutbahnen abgelagert und führt u.a. zu Arteriosklerose.

Meist wird Vitamin K2 über die Nahrung aufgenommen. Es kommt vorrangig in Milchprodukten und im Eigelb vor, in tierischen Innereien und im Muskelfleisch. Man findet es aber auch in Erbsen, Bohnen, Sauerkraut und Kopfsalat. Hier ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Vitamin K in seinen unterschiedlichen Formen, Vitamin K1-4 in den natürlichen Nahrungsquellen vorliegt. Die für uns wichtige Form ist jedoch das Vitamin K2-MK7. Folgende Lebensmittel beinhalten eine besonders hohe Konzentration an Vitamin K1-4:

(µg Vitamin K pro 100 g):

Lebensmittel

µg/100 g

Blumenkohl frisch

208

Brennnessel frisch

600

Broccoli frisch

121

Broccoli gegart

129

Endivien frisch

200

Feldsalat frisch

200

Knoblauch frisch

300

Knoblauch getrocknet

783

Knoblauch Pulver

791

Petersilienblatt frisch

790

Kopfsalat frisch

133

Knollensellerie frisch

100

Quelle: https://www.staff.uni-mainz.de/goldinge/vitamink.htm.

Bei einer hohen Zufuhr von Vitamin D3-Tagesdosen wird auch mehr Vitamin K2 verbraucht, so dass sich die Vitamin-K2-Reserven im Körper erschöpfen. Ohne Vitamin K2 ist jedoch der Kalzium-Transport gestört und – wie bereits erwähnt – das Kalzium lagert sich in Organen und Blutbahnen ab. In der Folge kann es zu gefährlichen Verkalkungen von Gefäßen kommen, z. B. Arteriosklerosen. Und das nicht deswegen, weil zu viel Kalzium vorhanden ist, sondern weil Vitamin K2 zur Verwertung des Kalziums fehlt. Das ist auch die Erklärung dafür, weshalb hohe Vitamin-D-Gaben das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen, wenn gleichzeitig ein Vitamin K-Mangel besteht. Deshalb ist es immer ratsam, Vitamin D3 gemeinsam mit Vitamin K2 einzunehmen. Hinsichtlich der Dosierung gibt es jedoch reichliche Widersprüche. In der Regel sollte man auf folgende Verabreichung achten, die man auch in den meisten Kombi-Präparaten vorfindet:

Per 1.000 IE Vitamin D3 = 40 bis 50 µg Vitamin K2/MK7

Allerdings sollte man eine tägliche Menge von 200 µg Vitamin K2 nicht überschreiten, auch wenn man dem Körper wesentlich höhere Vitamin D3-Gaben zuführt. Höhere Gaben als 3.000 bis 5.000 IE pro Tag an Vitamin D3 werden nicht zum direkten Verbrauch in unserem Körper genutzt, sondern in den dafür vorgesehenen Puffer-Reserven eingelagert. Für K2 hingegen gibt es nur begrenzte Einlagerungsmöglichkeiten, daher ist die Zufuhr dem täglichen Verbrauch von D3 anzupassen und dieser liegt bei 3.000 bis 4.000 IE. Fertige Kombi-Präparate sind folglich nicht geeignet, wenn man mittels Hochdosis-Einnahmen den Vitamin D Spiegel anheben will. Hier sollte man auf separate Produkte zurückgreifen, die man individuell dossieren kann.