Vitamin D3 und Magnesium

Achtung: Gleich vorweg, ohne Magnesium bleibt Vitamin D wirkungslos.

Vitamin D durchläuft – wie eingangs bereits dargestellt – im Körper mehrere Umwandlungsschritte, bevor es seine eigentlich aktive Vitamin-D-Form, das Vitamin D3 (Calcitriol) erreicht. Bei jedem dieser Schritte sind bestimmte Enzyme notwendig, die ganz wesentlich von der Mitwirkung von Magnesium abhängig sind. Fehlt das Magnesium, dann können die Vitamin D-Umwandlungsschritte durch die Enzyme nicht vorgenommen werden und die verschiedenen Vitamin D-Stufen bleiben inaktiv. Die Wirksamkeit von Vitamin D wird ganz entscheidend durch eine ausreichende Versorgung mit Magnesium bestimmt.

Ohne eine gleichzeitige Einnahme von Magnesium kann eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie in vielen Fällen zu einem negativen Ergebnis führen, weshalb gerade im Rahmen einer hochdosierten Anfangstherapie unbedingt eine zusätzliche Magnesium-Einnahme ratsam ist. Magnesiummangel ist weit verbreitet – Untersuchungen zeigten, dass in Deutschland etwa 33 Prozent der Bevölkerung an einer Unterversorgung leiden, in den USA haben bereits etwa 48 Prozent der Bevölkerung einen Magnesiummangel. Die tatsächlichen Zahlen dürften vermutlich noch höher liegen. Aufgrund der engen Beziehung von Magnesium und Vitamin D ist zumindest während einer hochdosierten Vitamin D-Therapie die zusätzliche Einnahme von Magnesium unbedingt erforderlich.

Zur Deckung des Tagesbedarfs sind etwa 350-380 mg Magnesium nötig.

Wie hoch in Deutschland ein Nahrungsergänzungsmittel dosiert sein darf, entscheiden unter anderem das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Das BfR empfiehlt nicht mehr als 250 mg Magnesium pro Tag (möglichst in zwei Portionen über den Tag) zu ergänzen — mehr sollte demnach in keinem Produkt enthalten sein. Der Grund dafür ist, dass es bei größeren Mengen zu osmotisch-bedingten Magen-Darm-Beschwerden kommen kann.

(http://www.bfr.bund.de/cm/350/verwendung_von_mineralstoffen_in_lebensmitteln_bfr_wissenschaft_4_2004.pdf)

Magnesium ist aus chemischen Gründen stets an Salze gebunden und damit kommt es in der Natur nicht in Reinform vor. Das bedeutet, dass wir Magnesium immer als eine Magnesium-Verbindung zu uns nehmen. Der reine Magnesium-Anteil solcher Magnesium-Verbindungen wird als elementares Magnesium bezeichnet. Die meisten Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln definieren diesen Unterschied jedoch nicht, zum einen benennen sie die Magnesiumform nicht, zum anderen findet man keine Angaben über den reinen, elementaren Magnesium-Anteil. Daher ist es kaum möglich aus den Verpackungsangaben den tatsächlichen Mg-Anteil zu ermitteln.

Hier eine Auflistung der meist verwendeten Magnesium Formen und deren Menge an elementaren Magnesium (Mg):

 

Organische

Mg Verbindungen

Anorganische

Mg Verbindungen

Mg-Citrat (Mg-Gehalt 7 – 16%)

Mg-Oxyd (Mg-Gehalt 60%)

Mg-Carbonat (Mg-Gehalt 29%)

Mg-Chlorid (Mg-Gehalt 12%)

 

Mg-Oxyd mit seinem recht hohen Gehalt an Mg sollte man jedoch nur einnehmen, wenn ein ausgesprochen hoher Mangel an Mg vorliegt, der auch therapeutisch ermittelt oder festgestellt wurde. Mg-Citrat ist meiner Ansicht nach die beste Form, um Magnesium einzunehmen, denn wir erzielen durch die Citrat-Form eine zusätzliche Zell-Entsäuerung, wie ich sie schon im Kapitel 8.4 meines Buches „So geht Gesundheit“ beschrieben habe. Es gibt zwei unterschiedliche Citrat-Formen auf dem Markt: Tri-Magnesium-Dicitrat und Magnesium-Citrat. Der Unterschied liegt im Magnesiumgehalt.

 

Tri-Magnesium-Dicitrat hat:

ca. 16 % Magnesiumgehalt

Magnesium-Citrat hat:

ca. 7 – 8 % Magnesiumgehalt

 

Die Abhängigkeit zwischen Vitamin D und Magnesium ist meines Erachtens der wichtigste und gleichzeitig der meist ignorierte Zusammenhang von Vitamin D und seinen verschiedenen Kofaktoren, wie dem Vitamin K2, dem Kalzium u. a. Besonders die Forschung sollte diesen Zusammenhang unbedingt verstärkt berücksichtigen und nicht nur separate Ergebnisse veröffentlichen, denn ein Vitamin D3-Mangel gründet sich meistens auf die mangelhaft verfügbaren Kofaktoren. Ein reines Vitamin D3-Studienergebnis sagt somit nicht allzu viel aus, was dessen Wirkung oder Nicht-Wirkung anbelangt, wenn nicht die jeweiligen Kofaktoren einbezogen und in ausreichender Weise berücksichtigt werden. Deshalb noch einmal:

Für eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie ist eine zusätzliche Einnahme von Magnesium unbedingt ratsam und auch in der Erhaltungstherapie ist sie meist sinnvoll, denn wir erzielen mit der Citrat-Form des Magnesiums immer gleichzeitig auch eine Entsäuerung.